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Ždánický dìkan Augustin Kupka konsistoøi 24.7.1828.
MZA sig. E 82 k.2960 B 84

Hochwürdigst bischöfliches Amt !
Der butschowitzer Pfarrer Mathias Zeman zeigte dem gehorsamst Gefertigten an, der dortige dermahl verstorbene Lehrer und Organist Joseph Pinda, hätte aus Gütte des eben verstorbenen H. Erzpriesters Peter Jiržicžek, durch einen langen Zeitraumen und gegen einen geringen Pachtzins einen Kirchenacker, Padielek genannt, genossen, welcher später zur Zeit der Administratur der butschowitzer Pfarre der damalige Administrator Joseph Obdržalek, wie es die dortige Kirchenrechnung durch 3 Jahre ausweisen soll, mit dem Bemerken an sich zog, daß der Kirchenrechnungsführer erwähnten Acker zu benützen hätte. In der Meinung, daß er Pfarrer Zeman auf dessen Acker als Kirchenrechnungsführer volles Recht habe, lie te er ihn bedüngen, um ihn genüsen zu können; allein der dermalige Musterlehrer und Organist Franz Obdržalek wäre bei ihm erscheinen, und wolle behaupten, daß er nur allein das volle Recht habe den besagten Acker zu benützen, indem ihn bereits sein Vorfahrer Joseph Pinda durch volle 34 Jahre angebauet hätte. Weiter sagte Zeman - wie kann H. Organist auf diesen Acker Anspruch machen - er ist einmahl ein Kirchenacker, folglich sollte er, wenn nicht der Kirchenrechnungsführer zum Genuß desselben das Vorrecht besitzt zum Besten der Kirche, wie die übrigen Kirchenäcker öffentlich versteigert werden. Zum Schluße seiner Anzeige fügte noch Zeman bey: er wollte in Nichts vorgreifen, sondern sich in dieser Angelegenheit dem Anspruche des gehorsamst Gefertigten unterwerfen.
Bey der Uiberzeigung, daß zur Lebenszeit des verstorbenen H. Erzpriesters Giržicžek der Butschowitzer Lehrer und Organist Pinda die dortige Kirchenrechnung verfertigte, und bei dem Umstande, daß es immer hieß, er Lehrer genüßte den in der Rede stehenden Acker als Kirchenrechnungsführer, erwiederte der gehorsamst Gefertigte dem butschowitzer Pfarrer Zeman - jeder Pfarrer wäre verbunden die Kirchenrechnung zu verfassen ohne dafür irgendwo eine Belohnung zu fordern, der verstorbener H. Erzpriester Giržicžek hätte also kein Recht gehabt gegen einen geringen Pachtzins dem verstorbenen Lehrer Pinda für die Verfassung der dortigen Kirchenrechnung den Kirchenacker Padielek zum Genuß zu überlassen, weil er selbst als Pfarrer verpflichtet war, dieselbe in Ordnung zu halten, ausgenommen, es würde eine Urkunde vorhanden seye, die es bewähren würde, daß besagte Acker von dem dortigen Kirchenrechnungsführer gegen einen geringen Zins zu genüssen wäre- und in diesem Falle hätte er Pfarrer Zeman, der die Kirchenrechnung selbst verfasset, volkommenes Recht auch den Genuß des Ackers Padielek gegen einen geringen Zins Anspruch zu machen. Sollte aber eine derley Urkunde nicht existieren, so müssten dieser Acker, wie er Pfarrer Zeman in seiner Zuschrift sich selbst ausspricht, zum Besten der dortigen Kirche öffentlich versteigert werden. Wollte der dortige Musterlehrer und Organist sich hiebey gekränct fühlen, so stehe es ihmfrey sein vermeintes Recht geltend zu machen. Er sollte sich um den Genuß des Ackers sowohl bei dem Herrn Patron der Kirche, als auch bei dem hochwürdigst bischöflichen Amte melden.
Dieses erwiederte der gehorsamst Gefertigte dem butschowitzer Pfarrer Zeman auf seine oben angeführte Anzeige, und dieses gab auch die Veranlassung zu dem beigelegten Gesuch des butschowitzer Musterlehrers und Organisten Franz Obdržalek welcher in demselben nicht nur von dem Kirchenacker Padielek, sondern auch von einem 2ten Felde, welche er genossen zu haben bekennet, spricht.
Da nun Bittsteller Franz Obdržalek rücksichtlich des Genusses der in seinem Gesuche ermähten 2 Stücken Kirchenfelder auch die Verjährung sich berecht hielt der gehorsamst Gefertigte für nothwendig aus den butschowitzer Kirchenrechnungsbüchern erheben zu lassen - von wem nahmlos benannte 2 Feldstücke in früheren Jahren sowohl, als auch in späteren genossen wurden. Der Auszug hierüber bestehet in folgenden:
Im Jahre 1763 und 1764 genoß ein Stück Kirchenacker Gr. 4 Metz. der dortige Dechant, ohne das dessen Namen beigeführt ist, und zahlte hievon der Kirche 7 f.Vom Jahre 1765 bis1767 benützte selben Acker der Organist, dessen Name auch vorgemerkt ist. Hier glaubt der gehorsamst Gefertigte beisetzen zu müssen, daß die butschowitzen Lehrer gewöhnlich Organisten genannt werden. Vom Jahre 1768 bis 1778 kommt als Nutzgenüsser desselben Feldes der Organist Czrha gegen das obige Datum pr 7 f. vor. Dieser ist der nähmlich von welchem die bei dem beigelegten Gesuche beigebogene Note spricht.Vom Jahre 1779 fing derselbe Organist Czrha beide Feldstücke, wie dieselben inder so eben berührten Note vorkommen, zu genüssen, und gemäß sei bis zu dem Jahre 1785 inclusive.
Vom Jahre 1786 erscheintin der Kirchenrechnung als Nutznüsser erwähnter 2 Feldstücke der letzt verstorbene Lehrer und Organist Pinda Joseph und zwar bis zum Jahre 1817 inclusive. Im Jahre 1818-19 und 20 genoß das größere der damalige Pfarradministrator, später Pfarrer Joseph Obdržalek, das kleinere aber in denselben Jahren fort der Organist Pinda. Seit dem Jahre 1821 bis gegenwärtig war im Genüsse dieser 2 Feldstücke der damalige Musterlehrer und Organist Franz Obdržalek. Verstorbener Pfarrer Joseph Obdržalek mag geglaubt haben, die Kirchenrechnung zu Gunsten seines Bruders Franz ohne Entgeltung verfassen zu können, überließ daher demselben das dem verstorbenen Lehrer Pinda abgenommene eine (sic) Feldstück.
Aus aller Vorgesagten ist zu ersehen, daß das größere Feldstück Padielek vom Jahre 1765 bis inclusive 1817 von den butschowitzer Organisten, oder eigentlich Lehrer 52 Jahren ununterbrochen gegen den geringen Pachtzins von 7 f. gemessen wurde, das kleinere aber eben dieselben, und zwar vomJahre 1779 bis inclusive 1827, also ununterbrochen durch volle 48 Jahre gegen 4 f. Pachtzins angebaut haben, ja dasselbe Feld befindet sich noch in l. J. in den Händen des gegenwärtigen Lehrers. Hätte verstorbener Pfarrer Joseph Obdržalek als Pfarrverweser in den Jahren 1818-19 und 20 das größere Stück Padielek dem damaligen Lehrer Pinda nicht abgenommen, so wären die butschowitzer Lehrer in dem Genuß desselben ununterbrochen durch volle 62 Jahre geblieben, indem es schon früher gesagt wurde, derselbe Pfarradministrator seit dem Jahre 1821 dasselbe Feld seinem Bruder Franz, dem dermaligen Musterlehrer zum Genuß überlassen hatte.
Da nun der gehorsamst Gefertigte über die in dem Gesuche des Musterlehrers Franz Obdržalek angeführte Verjährung, betreffend die in der Frage stehenden 2 Kirchenfelder, nichts mehr zu sagen weiß, füget er noch bei, daß in dem butschowitzer Pfarrarchiv keine Urkunde vorkämt, der zu folge der Genußdes einen und zwar des größeren Feldstückes Padielek dem dortigen Kirchenrechnungsführer gegen einen geringen Pachtzins zukommen sollte, ja auch keine Urkunde, daß diese Felder von den dortigen Lehrern oder Organisten zu genüssen wären.

Steinitz am 24t July 1828

Augustin Kupka Dechant Zpìt