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MZA fond B 14 kart. 1731, Šternberk 23.12.1828 Den 10ten Oktober l. J. ist an der Sternberger unter dem Patronate des Religionsfonde stehenden Pfarrschule der 3te Lehrer Karl Grotke mit Tode abgegangen, und man gibt sich hiemit die Ehre den Vorschlag zur Wiederbesetzung dieses Postens pflichtschuldig zu erstatten, zu welchem Behufe man die vorgeschriebene Kandidaten Tabelle mit den Gesuchen der Bittwerber, und das dienstfällige Besetzunges Gutachten der Sternberger Schul Inspektion in der Nebenlage überreichet. Das Bedürfniß dieser an 1000 Kindern zählenden, und in einer der volkreichsten Städte Mährens bestehenden Schule, welche drey rüstige, thätige, und auch einen höheren Bildungsgrad besitzende Lehrer erheischet, vor allem andere berücksichtigen, glaubt man unter den vier bittlich gewordenen Kandidaten für diese zu besitzende Lehrerstelle
An 1ten Platze den Provisor desselben Franz Kunschner im unmaßgeblichen Vorschlag bringen zu müssen, da man dieselbe in jeder Beziehung als den geeignetsten dafür erkannt. Denn
a/ hat er die Lehrerprüfung mit der Vorzugsklasse bestanden, und besitzt auch übrigens unter seinen Mitwerbern die meiste Bildung.
b/ wird er in Hinsicht seines moralischen Betragens allseitig bestens belobt.
c/ Hat er durch fast 21 Jahre dem Staate in der Eigenschaft als Lehrer und auch Soldat ersprießliche Dienste geleistet, indem er sich anfangs dem Lehrfache widmete, und selbst durch vier Jahre zu Sternberg mit ausnehmenden Erfolge versah, welcher im Drange der Noth zum Militär ausgehoben wurde, dabei 16 Jahre diente, es bis zum Fedwebel brachte, und nach erhaltenen Abschiede abermal beim Lehrfache arbeitet, nämlich an der Sternberger Schule unentgeldliche Aushilfe leistet, und um die zu besetzende Lehrerstelle provisorisch zur allgemeinen Zufriedenheit, und zum Besten der nach dem verstorbenen Lehrer hinterbliebenen Wittwe bisher ohne alle Remuneration versieht.
Hat er auch wührend seiner Militärjahre der Lehrfach nicht vernachläßigt, sondern selbst nach dem Zeugniße gewesenen Regiments Obersten in dessen eigenen, und wie es hierorts bekannt ist, auch in anderen ansehnlichen Häusern mit guten Erfolge ausgeübt.
Hat er hier in Ollmütz viele Beweise seiner vorzüglichen Musikkentnisse, und besonders des Orgelspieles gegeben, in welcher Hinsicht er für den erledigten Posten besonders geeignet erscheint, da der dasige Regenschori ein alter Mann, und allein des Orgelspieles kündig ist.
Würde durch seine Beförderung das allerhöchste Aerarium den Invaliden Gehalt Jährlicher 60 Fr C. M., den er bezieht, in Einsparung bringen. Endlich
Wird er zeuge des Gutachtens der Schuldistrikts Aufsicht vom derselben, sowie auch von dem Stadtbewohnern allgemein zum Lehrer gewünscht, und dafür um so mehr in Antrag gebracht, als man angewiesen ist, solche im Drange der Noth zum Militärdienst ausgehobene Lehr Individuen bei Besetzung von Lehrerstellen besonders zu berücksichtigen.
An 2ten Platze verdiente Kaspar Schiebel Mittelschullehrer in Großraasen zu stehen, welcher gleichfalls ein sehr vorzüglicher Lehrer von Seite seiner Geschiklichkeit, Verordnung und Sitten ist, mehrere Belobungen aufzuwiesen hat, auch die nöthigen Musikkentnisse besitzt, und schon 20 Jahre beim Lehrfache zwar zu einer besonderen Empfehlung dienet, allein von etwas schwächlichen Körper Constitution ist, folglich wohl für eine geringere Landschule sehr gut, weniger aber für eine Stadtschule, und eine Klasse von 340 Schüler langet, und überdieß auch hinsichtlich seinem äußeren Bildung da er stets auf dem Lande diente, für eine Stadt, wie Sternberg ist, sich minder gut, als Franz Kunschner eigent. Endlich
A 3ten Platze wird Johann Friede Mittellehrer zu Lusitz empfohlen, welcher gleichfalls das Tüchtigkeits Zeugniß mit der Vorzugsklasse besitzet in das 12te Jahr beim Lehramte arbeitet, und dem es nach den beigebrachten Zeugnisse weder an der Lehrergeschiklichkeit, noch am Fleiß, und an der Moralität, wohl aber an der zum Kirchendienste erforderlichen Orgelspiele mangelt, folglich für Sternberg nicht an einem vorzüglichren Platze vorgeschlagen werden kann, obwohl er an der dasiger Pfarrschule 7 Jahre gearbeitet, und durch längere Zeit den kränkelnden Lehrer Johann König überhoben hat.
Indem man diesen Vorschlagsbericht zur hohen Schlußfassung unterlegt, bittet man seinerzeit um Rückmittlung der Original Gesuchsbehelfe.
Ol[mütz]. 22ten Dezember 1828
Graf zu Trautmannsdorf
Domdechant Praes.

Tabela:
Franz Kunschner Schulprovisor Sternberg, 40 Jahre, von Triebenz in Mähren, deutsche Sprache, Präparande Mährisch Neustadt,
Sitten: Ausgezeichnet gut.
Verwendung: Sehr thätig und fleißig.
Dienstjahren an landesfürstlichen Schulen: Als Gehilf an der Sternberger Musterschule 4 Jahre, nach Rückkehr von Militärstände bei ehemaligen Anstellung als Schulamts Substitut, und laut Konsistorial Erlasses als provisorischer Lehrer zusammen 5/12, dazu als Soldat und Privatlehrer 16 Jahren, zusammen 20 5/12.
Fertigkeit in der Kirchenmusik: Laut vidimirten Zeugniß Ollmütz 4.11.1828 wird selber als ein gründlicher Organist und fester Musiker auf der Violin als der er sich sehr oft an der pröbstlichen Stadtpfarrkirche zum heil. Mauritz bewies, an empfohlen.
Besondere Verdienste: Durch den Drang der Umständen wurde er im Jahre 1816 zum k. k. Militärstande ausgehoben, und hat durch seine 16jährige Dienstzeit nach dem ertheilt beiliegenden Zeugniße des Herrn General Major v. Reisinger sei er Pflicht nicht nur pünktlich erfüllt, daß er zum Feldwebel befördert wurde, sondern sich auch in freien Stunden mit Unterrichte Ertheilung der Jugend sowohl in Lehrgegenständen als in der Musik beschäftiget. Nach Rückkehr vom Militärstande widmete er sich dem Schulfache mit besonderen Thätigkeit zu Sternberg unentgeldlich, und versieht als provisorischer Lehrer daselbst mit Eifer das ihm anvertraute Amt zu Gunsten der Wittwe des verstorbenen Lehrers unentgeldlich.
Anmerkungen: Er beziehet nach dem Patental Urkunde täglich 10 kr. C. M. auf welche er bei gnädiger Ertheilung dieses Lehrpostens, da er mit dem Militäramte gerechnet, dem Staate auch 20 Jahre dienet, so lange verzücht zu leisten sich erklärt, so lange er zum Lehramte tauglich und fähig bleibt, wodurch dem allerhöchsten Aerarium jährlich 60 Fr. C. M. für andere Hilfbedürftige zugehen.